Deutschlands größter Korkenzieher

Die Legende vom Riesenkorkenzieher

An einem nebligen Abend saß ein gewaltiger Riese am Ufer der Weißen Elster. In seiner Hand hielt er stolz den größten Korkenzieher Deutschlands – ein monströses Ding aus Eisen, das nur er zu benutzen wagte. Vor ihm stand eine riesige Weinflasche, die so groß war wie ein Baum. Er trank schon seit Stunden und sein Gesicht war rot wie der Abendhimmel.

„Noch eine!“, brummte er und setzte den Korkenzieher an. Mit schweren Händen drehte er ihn in den Korken, doch seine Finger waren unsicher. Der Riese schwankte, lallte etwas Unverständliches – und dann passierte es. Mit einem dumpfen Platsch kippte er vornüber und stürzte in den Fluss. Die Weiße Elster schluckte ihn gierig, und obwohl die Fischer noch tagelang suchten, fand man keine Spur von ihm.

Doch am Ufer blieb sein Korkenzieher zurück, halb im Schlamm versunken. Der Korken, den er zuletzt berührt hatte, verfaulte mit der Zeit. Das gewaltige Werkzeug aus Eisen rostete jedoch nur langsam. Heute ziert es die Wand der Vinothek in Salsitz. Wenn der Mond hell über dem Wasser steht, so erzählen die Leute, sei ein leises Knarren zu hören – als würde der Riese noch immer versuchen, seine letzte Flasche zu öffnen.